Am 8. September 2018 findet von 09:00 bis 17:00 der erste Seeländer Tag der e-Mobilität in der Autobahn-Garage Zwahlen & Wieser in Lyss statt. Neben diversen Fachvorträgenzum Thema können natürlich auch Probefahrten mit Elektro-Autos und Elektro-Motorrädern gemacht werden. Natürlich wird auch für Verpflegung und Kinderunterhaltung gesorgt sein. Zum detaillierten Programm des ersten Seeländer Tag der e-Mobilität gehts hier.

Die glp Lyss ist mit einem Stand auch aktiv an diesem Tag beteiligt und wir freuen uns wenn ihr alle vorbei kommt und eure Familie und eure Freunde auch auf den Tag aufmerksam macht.

GLP Lyss zum Seeländer Tag der e-Mobilität

Die Mobilität der Schweizer wächst seit Jahren ungebremst. Der motorisierte Strassenverkehr ist daher einer der grössten Verbraucher fossiler Ressourcen und einer der grössten Verursacher von Treibhausgasen. Sollen die Schweizer CO2-Reduktionsziele eingehalten sowie Lärm- und Zersiedelungsprobleme gelöst werden, muss es endlich auch im Verkehrsbereich vorwärtsgehen. Wir setzen uns deshalb für ein Umdenken beim Mobilitätsverhalten und somit einer nachhaltigen Entlastung des Schweizer Verkehrssystems ein: In erster Priorität soll Verkehr vermieden und die Zersiedlung gebremst werden, heisst, die Menschen sollen wieder in der Nähe wohnen wo sie arbeiten oder vermehrt von zu Hause aus arbeiten. In zweiter Priorität soll die Verlagerung auf öffentliche Verkehrssysteme und die Effizienz gesteigert werden. Begleitend muss der Ersatz der fossilen Treibstoffe, respektive generell nicht erneuerbarer durch erneuerbare Energieträger vorangetrieben werden.

Elektromobilität mit erneuerbaren Energieträgern
Elektroautos haben neben weiteren Vorteilen wie weniger Lärm und Abgasen einen deutlich besseren energetischen Wirkungsgrad als solche mit Verbrennungsmotor. Die Elektromobilität spielt deshalb in Bezug auf Energieeffizienz, Umstellung auf erneuerbare Energien und Lärm/Schadstoffe eine Schlüsselrolle im Verkehrsbereich. Für eine positive Ökobilanz muss der Strom dafür zwingend aus erneuerbaren Energien stammen. Neuartige Technologien zur Speicherung der überschüssigen Energie z.B. mittels Umwandlung in Erdgas werden in Zukunft auch das Problem der ungleichmässig anfallenden Energiemengen lösen. Elektromobilität mit erneuerbaren Energieträgern kann so eine beachtliche Reduktion an Treibhausgasemissionen und gegenüber der heutigen Flotte eine Verbesserung bei der Umweltbilanz bewirken.

Ideale Voraussetzungen in der Schweiz
Die Schweiz ist durch ihre Kleinräumigkeit, dem gut ausgebauten öffentlichen Verkehr und dem hohen Wohlstandsniveau vergleichsweise gut für die Umstellung auf Elektromobilität geeignet. Wir sollten also gezielt auf Elektromobilität setzten und in praktische Förderung und Forschung investieren, wovon nicht zuletzt die wichtige Schweizer Automobilzulieferer-Industrie profitieren wird. Ausserdem fliesst so weniger Geld für fossile Energieträger ins Ausland ab.

Die Grünliberalen setzen sich deshalb für eine nationale Strategie und ambitionierte Ziele ein. Dazu braucht es geeignete Lenkungs- und Fördermassnahmen wie z.B. ein Bonus-Malus-System für Neuwagen.

Vorurteile und Erläuterung

- Lithium-Ionen Batterien sind nicht umweltfreundlich: Für die Herstellung der Lithium-Ionen-Akkus werden pro Kilowattstunde (kWh) Kapazität rund 150 bis 200 kg Kohlendioxid emittiert. Dieses Vorurteil ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Im direkten Vergleich mit Verbrennungsmotoren wird allerdings häufig ausser Acht gelassen, dass Erdöl unter ökologisch bedenklichen Bedingungen gefördert, raffiniert und verteilt werden muss. Auch hier wird CO2 emittiet und die Umweltschäden sind immens. Auch der wesentlich höhere Wirkungsgrad der Elektromotoren (bis zu 90%) gegenüber Verbrennungsmotoren (bis zu 30%) wird häufig ignoriert. Verbrennungsmotoren produzieren zudem im Betrieb ständig CO2, während dies bei Elektroantrieben vermieden werden kann, sofern mit erneuerbarer Energie geladen wird. Es ist zudem zu erwarten, dass die Forschung in naher Zukunft bessere Stromspeicher entwickeln wird, die weniger umweltbelastend herzustellen und zu rezyklieren sind.

- Elektrofahrzeuge haben nur eine geringe Reichweite: Hand aufs Herz: was ist die durchschnittlich gefahrene Distanz? Wie oft wird diese tatsächlich überschritten? Und wie lange ist dann der Aufenthalt am Zielort? In diesem Bereich hat vieles mehr mit Emotionen als mit Realität zu tun. Bei Emotionen helfen aber leider keine Fakten. Die durchschnittliche Tagesdistanz in der Schweiz beträgt nur 37 Kilometer (Quelle: Bundesamt für Statistik, inkl. ÖV und andere Transportmittel). Jedes heute verfügbare Elektroauto schafft dies problemlos. Die relativ seltene Abweichung von diesem Wert wird durch die Ladeinfrastruktur wettgemacht. Fährt man z.B. täglich pro Strecke 150 Km, beträgt der Aufenthalt am Zielort meistens mehrere Stunden. Das Elektroauto kann in dieser Zeit problemlos genügend aufgeladen werden.

Die Autos stehen ca. 90% ihrer Zeit nur herum. Das Laden ist also problemlos möglich. Sollen einmal längere Distanzen gefahren werden, bieten sich auch Car-Sharing-Modelle oder Mietwagen an, respektive die Reise im ÖV und Mietwagen am Zielort. Oder eine etwas andere Planung mit entsprechenden Ladepausen.

- Es gibt nicht genügend erneuerbare Energie für Elektroautos: Dies trifft zu, wenn nicht entsprechend investiert wird. Die Energiepotenziale sind vorhanden. Die Politik muss diese aber nutzen wollen und die Energiewende endlich konsequent vorantreiben. Die Schweiz verfügt z.B. über riesige Dachflächen. Würden diese komplett mit Solarpanels bedeckt, könnten grosse Mengen Strom erzeugt werden.